Mittwoch, 6. September 2017

Inglourious Basterds und die tiefere Bedeutung hinter einem Glas Milch

Inglourious Basterds ist ein sehr spannender Film, dessen Regisseur Quentin Tarantino ist. Ich werde nicht gross über den Film im Allgemeinen quatschen, sondern tauche direkt in eine bestimmte Szene ein. Falls ihr mehr über den Film wissen wollt, geht doch auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Inglourious_Basterds

Die Szene, um die es sich in meinem Blogpost handelt, ist folgende: Emmanuelle trifft sich mit den Deutschen. Es wird darüber geredet, dass sie einen Film in Emmanuelle’s Kino vorzeigen wollen. Wir glauben, das Gespräch sei zu Ende, doch dann kommt plötzlich der Teufel: Hans Landa, der um ein Gespräch unter vier Augen mit Emmanuelle Mimieux bittet.

Während Landa mit Emmanuelle Mimieux (Shoshanna) am Tisch sitzt, ärgert man sich vor allem darüber, dass alles so verdammt langsam läuft. Man wird so richtig auf die Folter gespannt. Ich wollte endlich wissen, ob Landa ihr glaubte oder sie als Shoshanna kannte.

Als Landa zusammen mit dem Apfelstrudel noch ein Espresso für sich und ein Glas Milch für Emmanuelle bestellte, glaubte ich schon zu wissen, dass er irgendwie schon herausgefunden hatte, wer sie war. Vielleicht erinnert ihr euch an die erste Sequenz dieses Films. Monsieur LaPadite, der Shoshanna und ihre Familie versteckt hatte, war Milchbauer. Als Landa zu ihnen nach Hause ging, um die Familie Dreyfus zu töten, lehnte er Wein ab; doch er bat um ein Glas Milch. Das Glas Milch ist unmöglich ein Zufall, sondern ist sorgfältig geplant worden. Das Gespräch mit Emmanuelle Mimieux hat viele Parallelen mit dem Gespräch mit LaPadite, und in meinem Blogpost werde ich einige davon erläutern.

Als er Sahne nachbestellte und Shoshanna schon mit dem Essen anfangen wollte, hielt er sie davon ab; Es wirkte, als ob Landa Regisseur in seinem eigenen Film war. Er tat höflich und zuvorkommend, doch er hatte das Sagen. Und er machte dies mit dies kleinen Gesten sehr klar.
Wenn ich einen Film nur zum Zeitvertreib oder zur Vergnügung schaue, fallen mir diese kleinen Sachen, die einen Charakter formen, nicht auf. Doch ich schaute diesen Film nicht nur zur Vergnügung. Deshalb fielen mir diese Details umso mehr auf, und es verblüffte mich, wie sehr Tarantino alle Feinheiten plante. Jede Bewegung, jedes Wort und jede Kameraaufnahme hat eine tiefere Bedeutung, dessen man sich nur bewusst wird, wenn man sich genauer achtet.
Als die Sahne endlich ankam, und er Emmanuelle «höflich» bat, zuerst zu kosten, merkte ich, dass Landa das Gespräch führte. Er stellte die Fragen, doch er wusste schon, welche Antwort er erwarten konnte. Er wartete auch nicht darauf, dass Emmanuelle Mimieux ihm anbot, sie doch einfach «Emmanuelle» zu nennen, sondern sprach sie einfach als Emmanuelle an. Erst danach fragte er, ob dies für sie in Ordnung war.

Während Emmanuelle ein Stück von dem Apfelstrudel schaufelte, nahm die Kamera im Detail auf, wie sie hastig Sahne auf den Bissen strich. Mir kam in den Sinn, dass Juden Kosher assen und fragte mich, ob sie auf Milch verzichten. Vielleicht bestellte Landa die Sahne nur, um sie zu testen. (Nachdem ich durch Wikipedia scrollte, musste ich diese Kosher-Test-Theorie allerdings wiederlegen)

Das Gesicht von Emmanuelle wirkt genervt, aber vom anfänglichen Schock oder gar von Angst sieht man nichts mehr. Sie wirkt fast schon gelangweilt, als sie sich das Essen in den Mund schiebt. Im Allgemeinen irritiert es mich ein bisschen, dass das Gesicht von Emmanuelle so wenig Gefühl zeigt. Man kann ihre Miene nicht vom Gesicht lesen. Für Emmanuelle ist es von Vorteil, dass sie ihr Pokerface anhat. Für uns Zuschauer wohl eher weniger – Denn wir erhalten von ihr keine Hinweise auf das, was als nächstes passieren kann.



Die Kamera war wieder auf Landa gerichtet. Er ass gierig. Er nahm grosse Bissen, kaute laut und hässlich. Er ist höflich, kultiviert und nett; doch beim Essen und Trinken kommt das wahre Monster darunter zum Vorschein. Bei der Milch war das doch genauso. Er schlürfte zwar nicht laut oder so, aber er trank sie in einem Zug, obwohl er alle Zeit der Welt hätte.

Er stellte methodisch Fragen an Emmanuelle. Zuerst im allgemeinen Stil, doch er lenkte das Gespräch in eine bestimmte Richtung. Er versuchte, Lücken in ihrer Geschichte zu finden, doch Emmanuelle hatte ihre wahre Identität gut verborgen. Man fragte sich, was er wirklich wissen wollte – dieses Gefühl hatte ich auch bei der Szene mit LaPadite. Er kam langsam auf Marcel zu sprechen, einen dunkelhäutigen, der mit Emmanuelle im Kino arbeitete. Nachdem er eine Weile um den heissen Brei redete, weitere Fragen stellte und zwischendurch Apfelstrudel in sich hineinschaufelte, kam er auf den Punkt. Er wollte, dass Emmanuelle an dieser Vorstellung das Kino operierte, an Stelle von Marcel.
Schliesslich bietet er ihr eine Zigarette an. Sie zündet zuerst ihre Zigarette an, er folgt. Als ich diese Szene erneut schaute, merkte ich, dass ich genau dann etwas spannendes erwartete. Das Bild wechselt wieder auf Landa, man sieht sein Gesicht nah. Der Hintergrund ist ausgeblendet, was den Fokus auf seinen Gesichtsausdruck lenkt. Er sagt, es gäbe noch etwas, dass er fragen wollte. Ich hielt den Atem an. Der Gesichtsausdruck von Emmanuelle verändert sich fast nicht. Dann schneidet das Bild wieder auf Landa, wir sehen sein Gesicht näher, grösser, bedrohlicher. Er blickt sie lange an. Sein Gesicht wirkt ernst und hochmütig.

Dann wirkt er plötzlich ab. Wir wollen auflachen, denn der Wechsel kommt unerwartet. Er könne sich um Himmels Willen nicht mehr daran erinnern, was er fragen wollte. Landa zuckt die Schultern, sagt, dass es nicht sehr wichtig sei. Dann steckt er seine brennende Zigarette in den Apfelstrudel. Als erstes dachte ich nur: «Was für ein Widerling!», aber dann wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass dies eine Metapher war. Landa hat die Familie Dreyfus versucht zu töten, in dem sie Löcher durch den Boden schossen.

Bis vor kurzem hatte ich immer das Gefühl, das seien alles Zufälle, und der Regisseur würde sich dabei nichts denken. Doch mir wird klar, wie alle Details in einem Film (oder in einem Buch) eine tiefere Bedeutung haben. Und wenn man sich auf diese achtet, dann erhält man womöglich Hinweise auf die Handlung – oder man entwickelt eine Ehrfurcht für die Filmkunst.

Dienstag, 11. April 2017

Das Strukturmodell der Psyche und wieso du die ganze Packung M&Ms isst

Kriegst du manchmal auch das Gefühl, das es in dir zwei Kräfte gibt, die das Gegenstück zueinander sind? Es gibt eine vernünftige Kraft in dir, die die Hausaufgaben schon eine Woche im Voraus erledigt, schön höflich dem Nachbarn grüsst und gut darauf schaut, dass du dich sozial und vernünftig verhältst. Diese Kraft kontrolliert, organisiert und denkt logisch. Dann gibt es noch eine weitere Kraft in dir. Diese Kraft ist das Gegenstück zur superorganisierter Sozialkraft. Diese Kraft, die macht genau das, und nur das, was sie will.

Diese Kräfte möchten wir heute etwas genauer anschauen. Unser lieber Sigmund Freud (1856-1939, von Beruf Psychologe und Intelligenter Mensch™) hat sich mit diesen Kräften etwas auseinandergesetzt und präsentiert sein Strukturmodell der Psyche. Das Strukturmodell der Psyche besteht aus drei Instanzen; dem Über-Ich, dem Ich und dem Es.

Das Strukturmodell der Psyche

In deinem Über-Ich befinden sich deine Werte, dein Gehorsam und dein Gewissen. Dein Über-Ich entwickelt sich durch deine Erziehung. Mit der Entwicklung des Über-Ich’s in deiner Kindheit erwirbst du die Fähigkeit, dich sozial zu verhalten und deine Triebe eigenständig zu kontrollieren. Wenn du ich deinem Über-Ich wiedersetzt, kriegst du Schuldgefühle.

Dein Es ist das Gegenstück dazu. In deinem Es befinden sich deine Triebe. Unter Triebe verstehen wir deine Bedürfnisse, wie zum Beispiel dein Bedürfnis auf Nahrung. Dazu gehört aber auch das Bedürfnis auf Geltung, und deine Gefühle. Dein Es handelt nach dem Lustprinzip. Diese Triebe haben eine grosse Wirkung auf deine Handlung, jedoch ist es dir nicht immer bewusst. Im Gegensatz zum Über-Ich ist dir das Es angeboren, es ist von Anfang an da. Wenn du Dinge machst, die total dumm sind, dich aber für kurze Zeit glücklich gemacht haben, sagst du ja, «Es passiert einfach mit mir». Jetzt weisst du, wer dieses berühmt-berüchtigte Es ist, welches mit dir passiert, wenn du wiedermal die ganze M&Ms Packung gegessen hast.

Das Ich ist die Instanz, die zwischen den Ansprüchen des Es und dem Über-Ich, sowie des sozialen Umkreises vermittelt, mit dem Ziel, Auseinandersetzungen konstruktiv aufzulösen. Das Ich entspricht deinem bewussten Denken im Alltag und deinem Selbstbewusstsein. Das Denken, das Wahrnehmen und das Gedächtnis ist alles Teil des Ich.

Meiner Meinung nach darf weder das Über-Ich noch das Es zu stark über dich herrschen. Wenn beide zusammen in Harmonie sind, ist der Mensch psychisch gesund und fühlt sich wohl. Dominiert das eine oder das andere zu stark, gerät der Mensch ausser Balance. Dann kommt es zu Sucht oder psychischer Krankheit.

Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, ob ich dieses Modell durch und durch verstanden habe und richtig erkläre. Aber dieses Modell gibt mir viele Antworten auf meine Fragen und Grübeleien. 

Donnerstag, 23. März 2017

Rezension zu Black Mirror S02E04 "White Christmas"

Black Mirror ist die Serie, welche einen ernsthaft zum Nachdenken bringt und welche einem nicht nur in der virtuellen Welt Angst einjagen kann. Angst vor der Zukunft. Was wird das Fortschreiten der Technologie und der Digitalisierung alles mit sich bringen? Die meisten Episoden enden in Bezug auf diese Frage in einem Desaster. Die Serie lässt einen somit die zukünftigen Möglichkeiten kritisch betrachten. Während dem Schauen dieser Episoden kann wohl jeder noch etwas dazulernen und ist vor allem gezwungen, sich mit wichtigen futuristischen Themen zu beschäftigen.


In der Folge „White Christmas“ geht es darum, dass Bethany, die Freundin der Hauptperson (Joe) schwanger wird. Im Gegensatz zu ihm, der sehr erfreut über diese Nachricht ist, möchte sie das Kind nicht behalten. Als die beiden dann sehr heftig streiten, entscheidet sie sich, ihn zu blocken. Das Real-Life-Blocken ist in dieser Zukunftsvision möglich. Es funktioniert so, dass wenn man jemanden blockt, nur noch die Silhouette der anderen Person sehen und sie auch nicht mehr verstehen kann. Für die geblockte Person gilt das Gleiche. Ausserdem werden durch das Blocken auch alle Fotos und Videos manipuliert. Natürlich ist es fragwürdig, ob dies in unserer Welt je möglich sein wird. Es ist der geblockten Person also unmöglich, irgendwie Kontakt mit dem Blocker aufzunehmen. Später erfuhr er, dass Bethany das Kind doch behalten hatte. Allerdings konnte er dieses auch nicht sehen, weil es zusammen mit der Mutter für ihn geblockt war. Aus Sehnsucht danach seine eigene Tochter zu kennen, verlor er oft die Kontrolle und missachtete die Privatsphäre seiner Ex-Freundin. Dadurch musste er etwas Erschreckendes feststellen, was ihn zu einer Gewalttat zwang.  Joe war von der gesamten Situation so überfordert, dass er davonlief. Er war nicht mehr im Stande irgendetwas vernünftiges zu denken, weswegen er ab da auf der Strasse lebte, bis ihn die Polizei irgendwann, wegen Verdacht auf Mord, einsammelte und ins Gefängnis brachte.



Nun sitzen wir zusammen mit dem Erzähler der Geschichte in einer kleinen Küche. Auf dem Tisch steht eine Flasche Wein und auf der Küchenplatte kühlt der Weihnachtsbraten ab. Gegenüber von ihm, sitzt ein anderer Mann; Matt. Er selber hat auch eine tragische Vergangenheit hinter sich. Auch seine Frau hatte ihn verlassen und auch er war im Gefängnis gewesen. Denn er ist an einem Mord beteiligt gewesen. Durch eine Kamera in den Augen eines Kollegen, half er diesem bei einer Party eine hübsche Frau kennenzulernen. Doch diese hielt ihn durch seine „Selbstgespräche“ für komplett verloren in dieser Welt, genau wie sie, und flösste ihm deshalb ein giftiges Getränk ein, welches sie selber auch trank. Beide starben.



Aber das viel Spannendere ist, dass er einen Job hatte, bei dem er Leute dazu bringen konnte, für sich selbst zu arbeiten. Man muss sich das so vorstellen: In dieser Zukunft ist es möglich einen sehr kleinen Teil vom Gehirn zu entnehmen und ihn in eine Art „Ei“ zu tun. Dieser Teil des Gehirns ist man im Grunde genommen selbst. Man wird so gesagt zu einem kleinen digitalen Klon von sich selber. Von diesem Ei aus kann man dann die Vorgänge in der Wohnung seines eigentlichen Ich’s steuern und sich somit selbst dienen. Dieses eigentliche Ich, in der realen Welt, lebt nämlich ganz normal weiter. Um jetzt dieses kleinere Ich dazu zu bringen, für sich selbst zu arbeiten, was offensichtlich ziemlich komisch ist, kann man in diesen Eiern drin, Zeit simulieren. Zum Beispiel vergehen in dem Ei 6 Monate aber in Wirklichkeit waren es nur 6 Sekunden. Und das kleine arme ich, altert natürlich mit dem grossen Ich in der realen Welt und kann somit für sein Bewusstsein tausende von Jahren dort innen stecken.

Aber das viel Spannendere ist, dass er einen Job hatte, bei dem er Leute dazu bringen konnte, für sich selbst zu arbeiten. Man muss sich das so vorstellen: In dieser Zukunft ist es möglich einen sehr kleinen Teil vom Gehirn zu entnehmen und ihn in eine Art „Ei“ zu tun. Dieser Teil des Gehirns ist man im Grunde genommen selbst. Man wird so gesagt zu einem kleinen digitalen Klon von sich selber. Von diesem Ei aus kann man dann die Vorgänge in der Wohnung seines eigentlichen Ich’s steuern und sich somit selbst dienen. Dieses eigentliche Ich, in der realen Welt, lebt nämlich ganz normal weiter. Um jetzt dieses kleinere Ich dazu zu bringen, für sich selbst zu arbeiten, was offensichtlich ziemlich komisch ist, kann man in diesen Eiern drin, Zeit simulieren. Zum Beispiel vergehen in dem Ei 6 Monate aber in Wirklichkeit waren es nur 6 Sekunden. Und das kleine arme ich, altert natürlich mit dem grossen Ich in der realen Welt und kann somit für sein Bewusstsein tausende von Jahren dort innen stecken.




Nachdem Joe alles gestanden hatte, erntete er nur ein mitleidiges Lächeln und dann, nach fünf langen Jahren mit ihm, verschwand sein Mitbewohner. Einfach so. Und er blieb allein zurück. Joe war sein kleines Ich in einem Ei drin, welches seine Taten gestehen sollte. Sein wirkliches Ich sass im Gefängnis und merkte nichts davon. Black Mirror ist die Serie, welche einen ernsthaft zum Nachdenken bringt und welche einem nicht nur in der virtuellen Welt Angst einjagen kann. Angst vor der Zukunft. Was wird das Fortschreiten der Technologie und der Digitalisierung alles mit sich bringen? Die meisten Episoden enden in Bezug auf diese Frage in einem Desaster. Die Serie lässt einen somit die zukünftigen Möglichkeiten kritisch betrachten. Während dem Schauen dieser Episoden kann wohl jeder noch etwas dazulernen und ist vor allem gezwungen, sich mit wichtigen futuristischen Themen zu beschäftigen.

Auch wenn nicht jede Geschichte am Ende hält, was die Anfangsidee verspricht, so steckt dennoch in jeder ein Stück Wahrheit. Und eine Aufforderung, darüber nachzudenken, was unsere Gedankenlosigkeit für die Entwicklung einer künftigen digitalen Gesellschaft bedeuten könnte seine ganze Verzweiflung heraus. Die Zeit vergeht unendlich langsam in dieser Endlosschleife, in der eine Minute in unserer Welt, 1000 Jahre dauern.

Montag, 28. November 2016

Meine kleine Farm - Notizen aus dem Arbeitslager


Der Text «Meine kleine Farm» behandelt die Erfahrung des Autors mit dem Spiel «Farmville». Er teilt uns seine Gedanken zu «Farmville» mit und setzt sich im Text sehr ausführlich mit diesem Spiel und die Philosophie hinter diesen Spielen auseinander – etwas, das einen fasziniert, da man sich normalerweise nicht über die Funktion eines Spieles nachdenkt, sondern das Spiel einfach spielt.

Uns wird die Stellung des Autors zu dieser Sorte von Spielen erläutert. Er weiss, dass viele Gamer abschätzig auf Spiele wie «Farmville» oder «Candy Crush Saga» blicken, da sie Facebook-Zeitkiller sind. Ihm sei aber diese Arroganz fern, und er habe diese Spiele immer gemocht.

Uns wird lebhaft die Entwicklung des Spieles geschildert. Am Anfang ist die Marie: ein cowgirlartiges Mädchen, dass einem zeigt, wie man Tomaten pflanzt und erntet, sie verkauft und daraus Futter für die Hühner herstellt. Die Tomaten brauchen im Spiel nur eine Minute, bis sie gewachsen sind, und man wird dafür mit irgendwelchen Punkten belohnt, und wenn man die Eier der Hühner verkauft, wird man mit blinkenden Münzen belohnt. Dauernd wird man für irgendetwas belohnt und man weiss meistens gar nicht warum.

Doch irgendwann setzt der Rohstoffmangel ein. Kein Futter für die Tiere mehr, kein Wasser für die Pflanzen. Marie schlägt verschiedene Dinge vor, man könne doch dieses oder jenes ernten oder herstellen. Später kommt noch jemand namens Walter, dem einem Aufträge erteilt. Der Dorfladenbesitzer kommt und verlangt Produkte, die man noch gar nicht herstellen kann, da die benötigte Infrastruktur noch nicht vorhanden ist.

Das Spiel, welches am Anfang noch ganz lustig war, da alles vorhanden war, fängt an, Unmögliches von einem zu erwarten. Man gerät unter Zeitdruck, da so viele Herausforderungen gestellt werden. Der Autor liefert uns dafür 2 Lösungen, entweder, man spielt den ganzen Tag «Farmville», oder man bettelt seine Facebook-Freunde um Rohstoffe an. Der Autor nervt sich daran, dass er seine Facebook-Freunde quasi belästigen muss, wenn man im Spiel bestimmte Dinge erreichen will. Auch wenn die Facebook-Freunde einen schliesslich begnadigen, gibt es trotzdem ein Problem: «Farmville» kennt zwei Währungen; Münzen und Farm Cash. Die Münzen seien in Hülle und Fülle vorhanden, doch das Farm Cash ist das, was einen bei den Rohstoffproblemen helfe – aber nur, wenn man echtes Geld dafür ausgibt (das «echte» Geld, mit dem man von Zalando einen Trenchcoat bestellt oder vom Bäcker ein Gipfeli kauft) oder seine Freunde auf Facebook ununterbrochen damit nervt.

Uns Lesern wird die Frustration dieser Spiele beschrieben. Uns wird beschrieben, wie die Frustration bei «Farmville» anders sei wie die von anderen Spielen, da das Spiel gegen einem arbeite, und zu viel von einem verlange. Spass sei für den Autor gar keine Kategorie, man könne diese Sorte von Spielen gar nicht als «Spass» bezeichnen.

Gegen den Schluss des Textes scheint es fast so, als ob der Autor das Spiel nun hasst. «Farmville» wird als Spiel über einem Farmarbeiter in einem totalitären Staat dargestellt, der Wirtschaftssanktionen durchführe. Er macht was er zu tun hat, liefert sein Gemüse ab, erntet seine Tomaten. Als er irgendeinen Stall fertigbaut, merkt er, dass er nun weniger zu «tun» hat, und sieht nun die bizarrste Pointe dieses Spiels ein: Wenn man Dinge vollbringt, dann belohnt einem das Spiel eigentlich damit, dass man nun weniger spielen muss. Das Ziel des Spiels ist also, so wenig wie möglich zu spielen. Bei vielen Spielen gilt aber genau das Gegenteil, man wird mit mehreren Spielmöglichkeiten und Freiheiten belohnt. Aber nicht bei «Farmville».

Montag, 14. November 2016

Die Tetris These

Tetris-Steinchen sind die Elementarteilchen des Universums – Menschen, Gebäude, Gefühle, Tiere und Pflanzen, kurz gesagt alles, ist aus Tetris-Steinchen aufgebaut. Jeder dieser Steine repräsentiert eine andere Information. Die Welt ist also nüchtern gesehen eine reine Informationsmasse, die aus diesen Tetris-Steinchen besteht. Jede Sekunde prasseln Abermillionen von Tetris-Steinchen in unser Bewusstsein. Wir können diesen Steinchen Bedeutung geben, und so einbauen, wie es für uns am meisten Sinn macht.

So lautet die Grundlage der Tetris-These von Martin Jüstel. Der Text ist sehr fesselnd geschrieben – er baut in seinem Text die These noch etwas weiter aus, und lässt noch einige der Gedanken und Ideen, die er in seiner Kindheit hatte, einfliessen. Er schreibt, dass er oft darüber nachdenkt, ob andere die Welt genauso sehen, wie er sie sieht: beispielsweise, ob jeder Mensch die Farbe «Rot» auch als rot sieht oder als blau. Er versucht eine Erklärung dafür zu finden, wieso Ausserirdische im Fernsehen immer als tierähnliche Wesen oder Humanoide dargestellt werden. Und noch viele andere werden mit dieser Tetris These versucht zu erklären.

Ein kleiner Abschnitt des Textes hat mich an etwas erinnert, was ich mir früher auch öfters vorgestellt habe. Der Autor erwähnt, dass alles, was wir je erleben, nichts weiter als ein Gebilde von Abermillionen Tetris-Steinchen sei. Jeder Mensch hat seine ganz individuelle Form kreiert, und fügt durch Eindrücken und Erlebnissen ständig neue Steinchen hinzu. Dies passiert unser Leben lang, bis wir Game Over sind, so der Autor. Was der Autor sich nach dem Game Over, beziehungsweise den Tod, vorstellt, wurde nicht näher erklärt, doch das spielt jetzt keine Rolle – die Vorstellung, die ich in meiner Kindheit oft hatte, kann dies näher erläutern.

Meine Familie ist sehr religiös. Schon seit ich denken kann, erinnere ich mich an Sonntage, die in der Kirche und Sonntagsschule verbracht wurden. Ich war schon früh Teil von verschiedenen Bibelgruppen, und der Freundeskreis meiner Eltern enthielt viele Christen. Deshalb ist es kein Wunder, dass mir oft Bibelgeschichten vorgelesen wurden und mir unter anderem vom Himmel erzählt wurde, und dass gute Menschen nach dem Tod dahin kamen. Ich fragte mich oft, wie die Menschen dann überhaupt dahin kamen. Es ist ja physikalisch unmöglich, aus einem Holzsarg auszubrechen, vor allem, wenn man kremiert wird!

Ich fand später heraus, dass es so etwas wie eine «Seele» gibt, die sich im Inneren eines Menschen befindet, die das Gemüt eines Menschen wiederspiegelt. Man kann die Seele nicht spüren, so wie man seine Hand oder sein Bein spürt, und wenn man stirbt, lebt die Seele weiter und geht entweder in den Himmel oder in die Hölle. Dies beantwortete meine Frage, wie die Menschen in den Himmel kamen, doch es fiel mir als sechsjähriges Mädel schwer, sich die Seele als «Nichts» vorzustellen. Also gab ich ihr Form, und baute die Form und das System der Seele während meiner Kindheit immer weiter aus.

Jedes Baby, das auf die Welt kommt, hat eine Seele, die einer unbemalten, leeren Leinwand gleicht. Alle Babys haben bei der Geburt die gleiche Seele, die keinen Inhalt hat und von nichts und niemandem geprägt ist – bei der Geburt ist also jeder gleichwertig, weder gut noch böse. Bei der Geburt hat man keine aussagekräftige Seele, die die Persönlichkeit und das Gemüt des Menschen wiederspiegelt. Nun bleibt dies aber nicht lange so. Menschen entwickeln natürlich verschiedene Persönlichkeiten, und dies muss sich natürlich auch in der Seele wiederspiegeln. Sobald das Baby anfängt zu hören, zu weinen und zu schlafen, fängt die Seele an, sich nach der Stimmung des Babys zu gestalten. Wenn das Baby oft lacht, dann färben sich Teile der Leinwand vom neutralen weiss in fröhliche Farben wie gelb, rosa oder hellgrün um. Ist das Baby oft ruhig, dann färben sich vielleicht Teile der Leinwand in hellblau oder dunkelblau um. Blau repräsentiert nämlich Ruhe und Gelassenheit.
Sobald das Baby zu einem richtigen Menschen heranreift, wird die Seele währenddessen immer weiter bemalt. Die Gedanken und Gefühle des Menschen beeinflussen die Seele, sowie die Worte und der Geschmack des Menschen.


Wenn ein Mensch kreativer Art ist, oft positiv denkt und sich oft in der Natur aufhält, dann entsteht vielleicht eine Blumenwiese auf dieser Leinwand. Wenn der kreative, positive Mensch älter wird, und seine Lebensfreude nicht verliert, kommen vielleicht noch prächtige, farbenfrohe Schmetterlinge dazu, die in dieser Blumenwiese umherschwirren.

Wenn ein Mensch beispielsweise eher nachdenklich ist und noch spät wach ist, dann entsteht ein Nachthimmel mit einem klaren, leuchtenden Mond hoch im Himmel. Wenn der Mensch im Alter bitter und trist wird, dann nimmt der Mond ab, oder Wolken verdecken die Sicht auf die Sternbilder.


Einschneidende Ereignisse wie Traumas oder schlimme Krankheiten können ebenfalls harte Markierungen auf der Seele hinterlassen. Meist zeigen sie sich in Form von schwarzen Flecken oder Rissen auf der Leinwand. Aber auch fröhliche Ereignisse machen sich auf der Seele bemerkbar – in Form von farbigen Flecken oder Sonnenschein. Zu den fröhlichen Ereignissen zählen grosse Dinge wie eine Hochzeit, die Geburt seines Kindes oder wenn man einen Nobelpreis erhält, aber auch die kleinen Dinge wie ein Kompliment oder einen Schokoladenkuchen von seiner Freundin zählen dazu.

Die Seele des Menschen, die einst so leer war, hat sich im Laufe des Lebens zu einem farbenprächtigen Mosaik entwickelt, dass sich von der Persönlichkeit, der Stimmung, den Gedanken, den Vorlieben und Entscheidungen gekennzeichnet hat. Bei jedem Menschen sieht sie natürlich anders aus, da jeder Mensch die Zeit auf der Erde anders erlebt, anders denkt und eigene Vorlieben hat. Und sobald der Mensch stirbt, löst sich das Kunstwerk vom menschlichen Körper und geht in den Himmel hinauf.


Der Körper, mit dem man geboren wurde, repräsentiert nur die genetische Summe der Eltern. Wenn man also ein pickeliges Gesicht, fettige Haare und Stinkefüsse hat und gerade mal 1m 30 ist, dann hat man auf der Erde vielleicht die eine oder andere Herausforderung deswegen. Aber wenn man eine vom Leben gekennzeichnete, wunderschöne Seele hat, dann ist man trotzdem auf seiner Weise schön – auch wenn auf der Erde niemand diese Schönheit mitbekommt. Im Himmel ist man nicht mehr in seinem menschlichen Körper, dort zählt nur die Seele und die inneren Werte des Menschen, und man wird für das gesehen, was man ist. 

Mittwoch, 9. November 2016

Amerika - Zurück in den 50er Jahren

Donald Trump – ein Name, der in den letzten paar Monaten weltweit an Bekanntheit gewonnen hat. Ein Präsidentschaftskandidat der USA, der mit rassistischen, sexistischen und sonstigen unangemessenen Ideen und Sprüchen weltweit verschiedene Reaktionen hervorrief. Mit skurrilen Ideen und radikalen, rechtsextremen Vorschlägen konnte er viele Bürger der USA für sich begeistern. Die Demokraten der USA und ein grosser Teil Europas beobachteten die Präsidentschaftskandidatur mit grösser werdender Sorge. Die Präsidentschaftskandidatur und der grosse Erfolg Trumps verwunderte auch viele: Wieso kann so ein fremdenfeindlicher Mann bei so vielen Anklang finden? Was läuft bei den Amerikanern falsch, damit sie die Idee, Mexico mit einer Mauer abzugrenzen, befürworten? Wieso wird er von so vielen Menschen unterstützt, auch nachdem er so dumme Sprüche ablässt und sich so unanständig benimmt? Bei verschiedenen Debatten und öffentlichen Veranstaltungen benahm sich Trump so oft daneben, dass ich mir sicher war, dass niemand mit klarem Kopf für ihn stimmen würde. 

Ich lag wohl offensichtlich falsch. Als ich heute, während meinem Frühstück die ersten Entwicklungen der Wahlnacht googelte, war ich alarmiert, dass Trump um einiges weiter vorne lag als Clinton. Wieder einmal verwunderte es mich, dass so viele Menschen, oder überhaupt Menschen, so ein Schwein unterstützen können.

«Ich denke, der einzige Unterschied zwischen mir und anderen Kandidaten ist, dass ich ehrlicher bin und schönere Frauen habe»

«Wenn Ivanka nicht meine Tochter wäre, würde ich sie vielleicht daten»

«Wenn Mexiko ihre Leute schickt, dann schickt sie nicht ihre besten Leute. Sie schicken Leute mit Problemen. Sie bringen Drogen. Sie bringen Kriminalität. Sie sind Vergewaltiger»

Nein, jemand, der solche Sprüche loslässt, wird doch niemals Amerikas Präsident! Clinton wird aufholen, versicherte ich mir und drückte der Frau die Däumchen.



Trumps Hautbild: Ursache für viele Memes
Auf dem Weg zur Schule versuchte ich, an etwas Anderes zu denken, als der Prospekt, dass so ein Rüebligsicht (nichts gegen Karotten) bald Amerika regieren würde. Auf dem Display im Bus, der die Regionalnachrichten zeigte, wurden ab und zu einige Nachrichten zur Wahlnacht eingeblendet. Um mich herum hörte ich dauernd Menschen, die über die Wahlnacht diskutierten und ihre Befürchtungen ausdrückten. Als ich im Klassenzimmer ankam, und mein Lateinheft aus der Tasche holen wollte, merkte ich, dass die Lehrerin die Live-Nachrichten zur Wahlnacht auf die Wand projizierte und alle gespannt zusahen. Donald Trump war heute wirklich in aller Munde. 

An Latein dachte momentan wirklich niemand mehr, denn wir alle schauten den Nachrichten zu. Nach einer gefühlten Stunde stellte sich heraus, dass Donald Trump genügend Stimmen hatte, und ab dem 20. Januar 2016 der Präsident der USA sein würde. 

«Wir sind zurück in den 50er Jahren!» drückte meine Lateinlehrerin aus. Ein Spruch, der tief in mir wiederhallte und ein Grossteil dieses Blogposts inspirierte.

 «Ein Schritt nach vorne, 461167963 Schritte zurück» schrieb eine Mitschülerin während der Pause in unseren Klassenchat. Der Sieg Trumps wurde in diesem Chat heftig diskutiert, und viele drückten ihren Frust darüber aus. Auch auf Instagram und Snapchat posteten viele über ihre Enttäuschung. 


Eigentlich kann ich es immer noch nicht glauben. Ich kann es irgendwie immer noch nicht wahrhaben, dass so ein Idiot nun an der Spitze Amerikas ist. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr in einer Prüfung eine richtig gute Note bekommt und es irgendwie nicht glauben könnt und euch ein paarmal zwicken müsst, und die Prüfung zehnmal anschauen müsst, um euch zu vergewissern, dass es real ist und ihr nicht träumt? Mich bekam heute morgen so ein ähnliches Gefühl. Nur ist dieses Gefühl der Ungläubigkeit nicht mit Freude und Positivität verbunden, sondern mit dem Gegenteil davon.

Dass die Mehrheit Amerikas solche Ansichten vertritt, schockiert mich nicht nur, sondern enttäuscht mich auch. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man so jemanden wie Trump unterstützen kann. Man entwickelt über Jahrzehnte hinweg das Land zu einer modernen Gesellschaft. Stück für Stück versucht man, Gerechtigkeit für alle zu vollziehen. Man bekämpft die Ungleichheit und gibt den unterdrückten Menschen Rechte. Man betont Akzeptanz und Respekt gegenüber den anderen – egal welchen Geschlechts, Herkunft, Religion oder Sexualität. Und dann wählt man einen Mann zu seinem Präsidenten, der ganz offen darüber redet, wie er dies alles rückgängig machen will. Ich bin sehr gespannt auf die nächsten vier Jahre mit Donald Trump als Präsident der USA – wie lang dauert es wohl noch, bis wir die 50s Vibes spüren?




Donnerstag, 27. Oktober 2016

"The Stanley Parable" - Meine Erste Erfahrung mit Computergames

The Stanley Parable ist ein Computerspiel in der Egoperspektive, und die Geschichte des Spiels wird von einer Hintergrundstimme erzählt. Der Protagonist in diesem Spiel ist Stanley. Er arbeitet in einem kleinen Zimmer in einem Büro. Seine Aufgabe ist es, Befehlen auf einem Monitor zu folgen und die entsprechenden Tasten auf seiner Tastatur zu drücken. Er macht dies, Tag für Tag, von Morgen bis Abend.
Eines Tages merkt er, dass er keine Befehle mehr erhält. Sein Computer ist wie ausgestorben, und er geht in seinem Kopf die Möglichkeiten durch, was denn sein könnte.

Nun fängt das Spiel richtig an: Der Spieler erhält die Möglichkeit, den Stanley zu bewegen. Als erstes verlasse ich das Zimmer, in dem sich Stanley aufhält, um nach seinen Mitarbeitern zu suchen. Das Büro ist komplett leer, und es ist keine Spur von seinen Mitarbeitern zu sehen. Die Stimme moderiert währenddessen Stanleys Gedankengänge, vergleichbar mit dem Erzähler eines Theaterstücks oder eines Buches. Der Erzähler sagt nun, dass Stanley nach seinen Kollegen im "Meeting Room" schauen geht.  Vielleicht findet ein Treffen statt, von dem er noch nicht informiert wurde. Dies ist eigentlich ein indirekter Befehl. Nun stehe ich vor einer Entscheidung: Ich kann im sogenannten "Meeting Room" nach den anderen Arbeitern des Büros suchen, oder ich kann den Erzähler ignorieren und meinen eigenen Wünschen folgen.

Von da aus geht die Geschichte bei jedem Spieler anders auch. Als wir dieses Spiel gemeinsam besprachen, stellte sich heraus, dass das Spiel bei jedem eine andere Endung hatte, die sich aus ihren Entscheidungen heraus ergaben. Diejenigen, die immer dem Erzähler folgten, hatten ein Happy End, und die Rebellen unter uns, die immer das Gegenteil machten, hatten meistens kein Happy End.

Bei fast allen unter uns war es gemeinsam, dass Stanley im Verlauf des Spiels einige Dinge herausfindet. Er findet heraus, dass seine Mitarbeiter spurlos verschwunden sind und wirklich nicht mehr im Büro zu finden sind. Auch gerät Stanley in einen geheimen Raum namens "Mind Control Facility", und es stellt sich heraus, dass sein Boss ein dunkles Geheimnis verbirgt. Stanleys Gehirn sowie das seiner Mitarbeiter wurde gesteuert. Stanley hatte also gar keine Kontrolle über seine ganzen Gedanken, und er wurde dazu manipuliert, seinen Job zu lieben. Jetzt, als er nicht mehr im Büro am Computer sitzt, wird ihm plötzlich klar, dass er seinen Job gar nicht liebt.

Dieses Computerspiel regt einen dazu an, über seine Gewohnheiten nachzudenken, darüber nachzudenken, ob man mit seinem Leben zufrieden ist. Stanley wurde dazu gesteuert zufrieden mit seiner Arbeit zu sein, die aus Tippen von Zeichen an einer Tastatur bestand. Ich versuchte mir vorzustellen, wie es wäre, wenn wir Menschen auch alle nur dazu gesteuert sind, das zu mögen, was wir mögen.
Der Aufbau des Spiels, dass jede Entscheidung den Verlauf der Geschichte änderte, brachte mich ebenfalls zum Nachdenken. Jede Entscheidung, die während des Spiels getroffen wurde, hatte seine Konsequenzen. Wenn ich dem Erzähler folgte, wurde ich am Ende mit einem Happy End belohnt. Wenn ich der stimme rebellierte, dann gab es entsprechende Konsequenzen. Haben meine täglichen, scheinbar bedeutungslosen Entscheidungen Einfluss auf mein Schicksal?


Dieses Spiel ist definitiv nicht vergleichbar mit anderen Computerspielen. Bei anderen Computerspielen gibt es Action, Zerstörung und Kampfszenen. Bei "The Stanley Parable" gibt es dies nicht. Bei diesem Spiel wird man zum Nachdenken angeregt, und muss viele Entscheidungen treffen. Dieses Spiel ist nicht in dem Sinne spannend, es gibt wenig Action, und man wird nie überrascht. Dafür wird man zum Nachdenken angeregt, fängt vielleicht sogar an zu philosophieren und bekommt sehr viel Ideen für eigene Geschichten. 

Würde ich das Spiel wieder kaufen, wenn ich wüsste, worum es in diesem Spiel geht? Ich bin mir nicht sicher. Einerseits fand ich das Spiel gut, vor allem weil es sich von anderen Spielen unterscheidet und man oft zum Nachdenken angeregt wird. Andererseits habe ich das Gefühl, dass man das Spiel schon nach wenigen Tagen fertiggespielt hat und jede Endung kennt. Dann macht das Spiel keinen Spass mehr, da es wirklich keine Überraschungen mehr gibt.